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Eine Totgeschwiegene (Waiblinger Straße) kehrt zurück

Eine Totgeschwiegene (Waiblinger Straße) kehrt zurück

Mit dem geplanten Neubaugebiet an der Fuchshofstraße kehrt auch ein lange verdrängtes Thema an die Oberfläche zurück: die Waiblinger Straße. Jetzt hat sich in Oßweil eine Bürgerinitiative gegründet, die den Bau der Straße fordert.

„Die Waiblinger Straße ist für uns unverzichtbar“ lautet gleich der erste Satz im Schreiben der Oßweiler Initiative „Pro Waiblinger Straße“. Mit Flyern und Informationsmaterial waren die Mitglieder der Gruppe in den letzten Monaten in Oßweil unterwegs, sind viele der stark vom Durchgangsverkehr betroffenen Straßen abgegangen und haben schon fast 1000 Unterschriften gesammelt.

„Immer mehr Betroffene schließen sich uns an“, sagt Christine Skina, die neben Ingo Knesch und Anja Just zu den Hauptakteuren der Interessengemeinschaft gehört. Unter „Betroffene“ verstehen die drei die vielen Oßweiler Bürger, die an Straßen wie der Friesen-, der Westfalen- oder der Mühlhäuser Straße leben – den Hauptachsen durch Oßweil – und die seit Jahren unter dem ständig wachsenden Verkehrsaufkommen leiden.

Die Einwohner haben sich verdoppelt

Zusammengefunden hat sich die Gruppe bei der Ausstellung im ehemaligen Autohaus in der Schorndorfer Straße. Dort hatte die Stadt vor einigen Monaten die Vorschläge für das Neubaugebiet an der Fuchshofstraße zwischen Oßweil und der Oststadt vorgestellt. Was die Drei dabei sehr gewundert hat: Es sind zwar viele neue Wohnhäuser vorgesehen, an den zusätzlichen Verkehr hat aber offenbar keines der Planerteams gedacht. Lediglich die Trasse für die Waiblinger Straße zwischen Friedrich- und Friesenstraße wurde freigelassen. Die Straße eingeplant hat allerdings niemand.

Die Waiblinger Straße spukt schon seit vielen Jahren durch die Ludwigsburger Kommunalpolitik. Ursprünglich war sie einmal als große Ostumgehung zwischen der Stuttgarter Straße am südlichen Eingang von Ludwigsburg und der Marbacher Straße vorgesehen. Sie hätte direkt an der Hartenecker Höhe und am Schlösslesfeld vorbeigeführt. Diese große Variante ist längst vom Tisch. Geblieben ist lediglich der kleine Teil zwischen Friedrich- und Friesenstraße.

Doch auch in dieser Variante ist die Waiblinger Straße in den vergangenen Jahren mehr oder weniger aus der Debatte verschwunden. Bis jetzt.

„Oßweil leidet extrem unter dem immer massiver werdenden Durchgangsverkehr“, sagt Ingo Knesch. Zwischen 1960 und 2014 hat sich die Bevölkerung des Stadtteils von 5500 auf 11500 verdoppelt. Das Straßennetz ist hingegen das alte. Trotz großer neuer Wohngebiete wie der Hartenecker Höhe. Die Lebensverhältnisse in Oßweil hätten sich durch die Abgase und den Verkehrslärm schon erheblich verschlechtert. „Eigentlich sind wir immer davon ausgegangen, dass die Waiblinger Straße gebaut wird. Als Zuleitung für die neuen Baugebiete“, sagt Knesch.

Mit dem neuen Entwicklungsgebiet um das Jahn-Stadion und entlang der Fuchshofstraße sieht er jetzt die Chance, dass die Straße endlich gebaut wird. Da sowieso zwischen Oßweil und den Sportplätzen ein Lärmschutz eingeplant ist, könnte man dahinter auch die Straße verschwinden lassen. Für Oßweil wäre das eine große Entlastung, ist sich die Bürgerinitiative sicher. Mit der Straße könnten sowohl das Sportgelände als auch das Neubaugebiet an der Fuchshofstraße sowie die Hartenecker Höhe erschlossen werden.

Die Forderung der Initiative lautet auf den Punkt gebracht: Der zusätzliche Verkehr, der durch die Neubaugebiete erschaffen wird, muss gerecht verteilt werden. „Es kann nicht sein, dass die neuen Bewohner immer beschützt werden, während man den alten immer mehr Verkehr draufpackt“, sagt Christine Skina.

Eine kleine Stadtstraße mit Tempo 30

Und die Waiblinger Straße soll in den Augen ihrer Befürworter keine große Landstraße werden. „Wir stellen uns eine kleine Stadtstraße mit zwei Spuren und Tempo 30 vor“, sagt Anja Just. Auch der Radweg von Oßweil Richtung Innenstadt, der die Straße kreuzen würde, soll natürlich erhalten bleiben. „Niemand will, dass die Sportler oder die Anwohner von der Straße gestört werden“, so Just weiter.

Die Drei fordern ein Verkehrsgutachten, außerdem haben sie sich an die Fraktionen im Ludwigsburger Gemeinderat gewandt. Unterstützt werden sie auch von dem Oßweiler CDU-Stadtrat Thomas Lutz. Die CDU stehe hinter dem Straßenneubau, er zweifle aber daran, dass die Verwaltung dazu bereit ist, sagt Lutz. „Das ist ein heikles Thema. Niemand redet gern über den Bau neuer Straßen entlang von Wohngebieten.“

Dem Baubürgermeister Michael Ilk sind die Nöte der Oßweiler durchaus bewusst. Daher sei die Trasse für die Straße beim Ideenwettbewerb auch freigehalten worden. „Noch ist nicht entschieden, ob die Waiblinger Straße gebaut wird oder nicht“, sagt Ilk. „Wir gehen da ganz offen ran.“

Momentan wartet die Stadt auf die Ergebnisse aktueller Verkehrszählungen. „Ich bin auf die Ergebnisse sehr gespannt.“ Die Verkehrsgutachten aus der Vergangenheit böten für die Stadt dagegen heute keine Entscheidungsgrundlage mehr. Nichtsdestotrotz gibt es sie. Zum Beispiel eine Untersuchung aus dem Jahr 2005. Die kommt zu dem Ergebnis, dass zumindest die Oßweiler Ortsdurchfahrt durch den Bau der Straße vom Verkehr entlastet werden könnte.

Info: Die Bürgerinitiative ist im Netz unter www.pro-waiblinger-strasse.de zu finden.

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