Ziel in Ludwigsburg: Mehr preisgünstiger Wohnraum

Ziel in Ludwigsburg: Mehr preisgünstiger Wohnraum

Ludwigsburg zählt zu den Kommunen im Kreis, die stark wachsen und eine weiterhin hohe Nachfrage nach preiswertem Wohnraum verzeichnen. Beim Ziel, Abhilfe zu schaffen, setzt man stark auf die städtische Wohnungsbau. Ein Rückblick.

Das Wohngebiet Hartenecker Höhe ist das letzte große Kasernenareal, das in Ludwigsburg aufgesiedelt wurde. Doch die Nachfrage nach Wohnungen ist ungebrochen.

 

In der Frage, ob, wo und in welchem Umfang in einer Kommune gebaut werden kann, spielen die Verwaltungen und die kommunalen Gremien eine Schlüsselrolle. In Ludwigsburg galt nach einem Beschluss aus dem Jahr 1994 die Devise, sich auf die von den Amerikanern geräumten Kasernenareale zu konzentrieren und den Außenbereich zu schonen.

Dabei konnte man auf große Flächen zurückgreifen. So entstand als Pilotprojekt im Rotbäumelsfeld, der ehemaligen Krabbenlochkaserne, in den Jahren 1995 bis 2005 ein Neubaugebiet für rund 1400 Menschen. Als letztes großes Kasernenareal konnte in den vergangenen Jahren das Gelände der früheren Flakkaserne aufgesiedelt werden: Im Neubaugebiet Hartenecker Höhe wurden nochmals Wohnungen für rund 1600 Menschen geschaffen.

Allerdings setzt man seit geraumer Zeit nicht mehr allein auf die Nachverdichtung. Um auch den Stadtteilen Entwicklungsmöglichkeiten zu bieten, wurden beispielsweise in Neckarweihingen ("Neckarterrasse") oder in Pflugfelden ("Am Wasserfall") Baugebiete ausgewiesen. Grundlage bildet das Stadtentwicklungskonzept, in welchem seit 2006 das Ziel verankert ist, die Bevölkerung nicht nur in Ludwigsburg zu halten, sondern Familien zum Zuzug zu bewegen. Mit Erfolg: Die Einwohnerzahl stieg seit 2006 um 8000 von 85.000 auf inzwischen 93.000 Einwohner. Damit wurden alle Prognosen übertroffen.

Doch damit ist das Ende der Fahnenstange keineswegs erreicht. Die Nachfrage nach Bauplätzen und Wohnungen ist nach der Erkenntnis der Stadtverwaltung ungebrochen hoch und übersteigt das aktuelle Angebot bei Weitem. Vor allem mangelt es jetzt an preiswertem Wohnraum, verschärft durch die Flüchtlingsproblematik.

Ein wichtiges Instrument, um hier Abhilfe zu schaffen, bildet die städtische Wohnungsbau GmbH. Nach einem Gemeinderatsbeschluss aus dem vergangenen Jahr sollen ihr in Neubaugebieten 30 Prozent der vorgesehenen Flächen für Mehrfamilienhäuser (Geschosswohnungsbau) zugesprochen werden - wogegen private Bauträger opponiert hatten. Dadurch hat sie die Möglichkeit, dort bezahlbare Wohnungen nach dem Modell "Fair Wohnen" zu schaffen.

Um weiterzukommen, werden freilich weitere Baugebiete benötigt - was zu Widerständen führen kann. Schon seit Längerem wird etwa über die Gebiete Fuchshof/Sportpark-Ost/Oßweil, Neckarweihingen/Hohenrain oder Grünbühl diskutiert. Für Oberbürgermeister Werner Spec müssen sich dabei Individualinteressen gegebenenfalls den Allgemeininteressen unterordnen. "Es gibt keine Garantie auf einen unverbaubaren Blick", erklärte er dazu jüngst.

Um den Gemeinderat ins Boot zu holen, hat man sich in einer Klausurtagung zusammengesetzt. Wie die Stadtverwaltung dazu mitteilt, ist man sich darin einig, dass Ludwigsburg dringend weitere Wohnbauflächen erschließen müsse. Kurzfristig seien Entscheidungen für vorgesehene Wohngebiete erforderlich. Einvernehmen bestehe auch, den sozialen Wohnungsbau anzukurbeln. "Uns fehlen längst Wohnungen für mittlere und geringe Einkommen. Für diese Menschen müssen wir etwas tun", so Erster Bürgermeister Konrad Seigfried. Mit einem Mix aus unterschiedlichen Wohnformen und Angeboten sollen sozial ausgewogene Wohngebiete entstehen. Angesichts der hohen Baukosten gelte es, alle baurechtlichen, technischen und innovativen Chancen zu nutzen, um die Kosten beim Bau von Wohnungen zu mindern, so das Ziel.

Info
In einem Wochenschwerpunkt widmet sich die BZ bis einschließlich Samstag dem Wohnungsbau in der Region. Lesen Sie außerdem noch Beiträge zur kommunalen Sicht bei der Schaffung von neuem Wohnraum sowie zu den Themen Wohnungsbaugesellschaften, Grundstücksverkauf und Anwohnerwiderstand.

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